Liebes Publikum, liebe Freunde und Partner des Instituts für Caucasica-, Tatarica- und Turkestan-Studien,

in der dritten Ausgabe unseres Musik-Podcasts hören wir zwei Beispiele der aserbaidschanischen Muğam-Kunst. Muğam ist eine mündlich tradierte Form der klassischen aserbaidschanischen Musik, verwandt u. a. mit dem uighurischen Mukam, dem usbekisch-tadschikischen Maqam, dem persischen Dastgah und dem türkischen Makam. Im Nationalkonservatorium Baku (Aserbaidschan) werden seit vielen Jahrzehnten Muğam-Interpreten – Sänger wie Instrumentalisten – ausgebildet. Im Juni 2014 waren sechs junge aserbaidschanische Muğam-Musiker in Mitteldeutschland zu Besuch, um am damaligen Projekt der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar teilzunehmen. Sie musizierten unter anderem im Rahmen der „Langen Nacht der Musikkulturen“, die am 3. Juni 2014 im Kaisersaal Erfurt vom Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena / Lehrstuhl „Transcultural Music Studies“ veranstaltet wurde.

Hierbei zwei Konzertfragmente:

und

Die vollständige Videoaufnahme findet man unter https://www.youtube.com/watch?v=aMZF6Qvkc9I

Es singen Miralam Miralamov bzw. Aytan Maharramova,

es spielen
Shahriyar Imanov (Tar),
Elnur Mikayilov (Kamancha),
Parviz Quliev (Balaban) und
Kamran Karimov (Nagara).

Inzwischen werden diese Musiker als junge Meister der traditionellen aserbaidschanischen Musik gefeiert, sie treten solo und in verschiedenen Ensembles in Aserbaidschan sowie auf verschiedenen Kontinenten auf. Die derzeitige Pandemie beeinträchtigt das Kulturleben auf der ganzen Welt, in Aserbaidschan kommt erschwerend der Militärkonflikt um Berg-Karabach hinzu. Die Stimmen der Muğam-Interpreten blieben jedoch – teilweise dank Online-Konzerten – auch in den letzten Monaten hörbar und spendeten Trost und Zuversicht.

Mehr über die Kunst des Muğam in unserer Rubrik „Veröffentlichungen“.